MRZ-Akademie

Bericht Workshop Deutsch am 26./27.9.18

Menschen lieben gute Geschichten. Dies ist eine Feststellung, der man eigentlich nur zustimmen kann. Selbst jene, die vordergründig höchst ungern ein Buch in die Hand nehmen und das Lesen langweilig finden, lassen sich zumindest Vieles erzählen oder schauen einen spannenden Film. Ob im gemütlichen Bett, am knisternden Kaminfeuer, auf der Couch oder im Kinosessel: Menschen lassen sich durch Geschichten unterhalten und verzaubern, ganz nach Geschmack.

Für gute Geschichten bedarf es Menschen mit ausgeprägter Fantasie und sprachlichem Gespür: Autoren. Deren Ideen werden im modernen Zeitalter mehr denn je gebraucht, denn der Hunger nach guten Geschichten ist so groß wie nie. Die Fachschaft Deutsch hatte in diesem Jahr Gelegenheit, einen renommierten Autor in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro e.V. und mit finanzieller Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz einzuladen, um einer ausgewählten Gruppe von Schülerinnen und Schülern über die MRZ Plus-Akademie kreatives Schreiben näherzubringen. Jens Schumacher ist ein bekannter Autor, dessen Werke zu vielen Genres in zahlreichen Sprachen erschienen sind. Er entwirft auch Spielbücher, Kartenspiele oder Black-Stories, die sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit erfreuen.

Anders als es sich der Laie wahrscheinlich vorstellt, ist zum Schreiben von Geschichten Vieles notwendig, dazu gehören nicht nur gute Ideen, sondern auch intensives Recherchieren und eine gute Grobplanung zum Erzählaufbau. Im Fokus stand das Genre Horrorliteratur. Am ersten Tag waren die Schülerinnen und Schüler zunächst damit beschäftigt, sich zu überlegen, welche Dinge Angst einflößen können und in welchen Formen diese spürbar sein kann. Danach überlegte man sich, wie man Neugier beim Leser erzeugt und welchen Grobaufbau man einer Geschichte mit Hilfe eines Zeitstrahls gibt. Am zweiten Tag knüpften die Jungautoren an ihre Überlegungen des Vortags an und gossen die frisch entstandenen Ideen in erste Texte, dies vor allem in Einzelarbeit. Herr Schumacher stand den Geschichtsschmieden dabei zur Seite und gab ihnen immer wieder Fingerzeige und Richtungstipps für ihre Erzählwege. Im letzten Punkt des Workshops befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Spiel „Black-Stories“, bei dem ungewöhnliche, wirklich geschehene Todesfälle zu einem kreativen Ratespiel umgesponnen werden. Herr Schumacher war bei dem Entwurf dieser Geschichten beteiligt und lieferte zahlreiche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Fällen. Die Schülerinnen und Schüler wurden in der Schreibwerkstatt vom Förderverein der Mannlich-Realschule Plus verköstigt, damit der kreative Schreibprozess stets im Fluss bleiben konnte. Nach diesem gelungenen Projekt hofft die Fachschaft Deutsch, Herrn Schumacher für zukünftige Projekte erneut zu gewinnen.

Gunnar Poersch