Fahrt nach Verdun 2012

Bericht Verdunfahrt am 23.10.2012

Der Erste Weltkrieg wird heute als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts betrachtet, in dessen Verlauf die damaligen Großmächte ihren Machtanspruch in einem endgültigen Waffengang zu bestimmen versuchten. Nach seinem Ende hatten Millionen von Menschen ihr Leben verloren oder nicht zu heilende körperliche und geistige Schäden erlitten. Dazu hatte sich auch das politische Machtverhältnis nachhaltig verändert. Die USA als junge, aufstrebende Nation gewann gegenüber den europäischen Mächten immer mehr an Bedeutung. Nicht zuletzt wurde mit dem unbefriedigenden Friedenschluss von Versailles bereits die Saat für den Aufstieg des jungen Kriegsteilnehmers Adolf Hitler und damit zum Zweiten Weltkrieg gesät.

Fahrt nach Verdun 2012

Das Thema ist im Lehrplan der 10. Jahrgangsstufe eingebettet. Da sich das Gebiet Südwestpfalz geographisch sehr nahe an den damaligen Schlachtfeldern des Krieges befindet, bietet es sich für unsere Schule an, Exkursionen in diese Region zu unternehmen. Verdun in Lothringen wurde vom Februar bis Dezember 1916 Schauplatz einer der blutigsten Materialschlachten des weltumspannenden Konflikts und ist bis heute ein Symbol für den Tod Tausender und für die Machtinteressen ihrer Nationen. Nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts dienen die Schauplätze der Schlacht als Mahnmal für kommende Generationen im Sinne der Völkerverständigung und des Friedens.

Insgesamt 47 Schüler/innen der Klassen 10b/d starteten morgens gemeinsam mit zwei Lehrkräften von der MRZ. Erste Besichtigungsstation war das Fort Douaumont in der Nähe der Stadt Verdun. Die Festungsanlage wurde vor dem Krieg von Frankreich gebaut und wechselte in der gesamten Schlachtdauer mehrere Male den Besitzer.

Die zweite Station war das so genannte Beinhaus (Ossuaire), ein im Jahre 1932 fertiggestelltes Mahnmal für den Krieg, in dessen Katakomben heute die Überreste von 130.000 nicht identifizierten deutschen und französischen Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Das Gebäude selbst wurde architektonisch einer stehenden Granate nachempfunden. Vor dem Bau selbst liegen die Gräber von 15.000 Franzosen, die alle mit einem weißen Kreuz gekennzeichnet sind.



Zuletzt besuchten die Schüler das Museum Mémorial de Fleury, das auf der Stelle des im Krieg völlig zerstörten Dorfes Fleury errichtet wurde. Dort kann man eine Vielzahl von Waffen, Ausrüstungsgegenständen, Uniformen und Dokumenten besichtigen. Das von zahllosen Granattrichtern vernarbte Gelände um den Bau vermittelt dem Besucher bis heute eine Vorstellung von den schrecklichen Kämpfen um Verdun.

Die Fahrt fand gegen Abend mit der Rückkehr zur MRZ einen gemeinsamen Abschluss.