Schulung durch Herrn Fischer

Eine Schülergruppe aus Zweibrücken reist nach Ruanda

Erfahrungen eines BtE-Referenten bei der Vorbereitung

Rudolf Fischer

Die Mannlich-Realschule plus in Zweibrücken hat seit fast 30 Jahren eine Partnerschaft mit der Groupe Scolaire Vumbi im Süden des rheinland-pfälzischen Partnerlandes. Nun bereitet sich eine Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern mit ihren LehrerInnen auf einen Besuch in der Partnerschule in Ruanda vor.

Wir waren bereits in Kontakt, als ich die Gruppe zufällig am 1. Juli bei der Zukunftstour in Mainz traf: interessierte, aufgeschlossene und bereits durch Aktionen in der Schule über Ruanda vorinformierte junge Leute.

Mit dem Verbindungslehrer, Herrn Priester, vereinbarten wir einen Block von drei Veranstaltungen, die durch zwei Filme in Eigenregie ergänzt werden sollten. Auch stellte ich einige eigene Veröffentlichungen zu den geplanten Themen zur Verfügung.

Der 1. Film stand bereits vor den Ferien auf dem Programm:

„Kwibuka-ein afrikanischer Traum“.

Benjamin Ansari, der Autor und Regisseur des Films hatte ihn der Schule zur Verfügung gestellt. „Eine filmische Spurensuche in dokumentarischer Form, ein Porträt des ostafrikanischen Ruandas und seiner inneren Zerrissenheit zwischen blühender Gegenwart und schrecklicher Vergangenheit.

Die erzählerische Aufmerksamkeit liegt dabei nicht nur - wie so oft - auf dem Genozid von 1994, sondern zeigt vor allem andere Seiten der Gegenwart, positive wie negative, die sich seit „Stunde Null“ ergeben haben. Viele Stunden Archivmaterial und diverse Interviews mit Einheimischen zeigen uns im Schatten des Völkermords stehende, wenig bekannte Seiten Ruandas.“ (Benjamin Ansari)

Die AG trifft sich wöchentlich jeweils am Donnerstagnachmittag nach Unterrichtsende.

Die erste Veranstaltung unmittelbar nach den Ferien am 1. September stand unter dem Thema

„Ruanda – überbevölkerte Enklave im Herzen Afrikas –

Chancen und Probleme eines Entwicklungslandes“.

Auf den Vorkenntnissen der Schüler aufbauend wurden in einer Überblickspräsentation geographische, historische, soziale, regionale und globale Bedingungen der Entwicklung und Unterentwicklung des Partnerlandes aufgezeigt. Da ich mich seit 30 Jahren mit Ruanda beschäftige, ein Jahrzehnt dort gelebt und gearbeitet habe und letztes Jahr bei zwei Besuchen durchs Land gereist bin, konnte ich mein Referat durch eigene Bilder mit vielen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungsberichten illustrieren. Viele Informationen aus dem Film wurden aufgegriffen und vertieft, die Ruanda als Musterland für Entwicklung und Wachstum zeigen, zum Beispiel:

Der Bauboom in Kigali und den größeren Zentren (Kigali hat sein Gesicht völlig verändert, „sauberste Stadt Afrikas“)

Die ökologische Ausrichtung der Politik durch erneuerbare Energien (Solarparks, Wasserkraftwerke, Gasgewinnung im Kivusee) und striktes Verbot von Plastiktüten

Vorbildhafte Repräsentanz der Frauen in Politik und Wirtschaft („Frauenwunderland“)

Rasanter Ausbau der IT-Branche. Die Telekommunikation gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der ruandischen Wirtschaft. Das Mobilfunknetz ist gut ausgebaut. Mehrere Anbieter werben um die Gunst der Kunden.Auch die Zahl der Internetnutzer ist in den letzten Jahren stark angestiegen.

Auch die Schattenseiten dieser Entwicklung wurden aufgezeigt, zum Beispiel:

Das große Stadt-Land-Gefälle und die sich ständig vergrößernden Unterschiede zwischen Arm und Reich

Die Menschenrechtsverletzungen insbesondere gegen kritische Stimmen und die Unterdrückung einer Opposition

Die erhebliche Einschränkung der Pressefreiheit.

Trotz der Länge meiner Ausführungen (90 Minuten) hatte ich bis zum Schluss sehr aufmerksame Zuhörer. Sie bestätigten in der anschließenden Diskussion, dass der Vortrag „ihre Sicht auf Ruanda verändert habe und ihnen Zusammenhänge klarer wurden.“ Ihr Bild von Ruanda „sei viel differenzierter geworden“.

Die Fragen bezogen sich meist auf meine geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen, soweit sie ihr Bild von Ruanda in Frage stellten. Weitere Fragen stellten einen unmittelbaren Bezug zu konkreten Erwartungen und Wünschen für die geplante Reise her.

z.B.: Welche Ziele sollten im Reiseprogramm nicht fehlen?

Wie ist die Unterbringung in den Herbergen?

Wie können wir uns vor Erkrankungen schützen?

Wie können wir mit zuhause in Kontakt bleiben?

Zu dem letzten Punkt stießen meine Erfahrungen auf besonderes Interesse der SchülerInnen:

Landesweit nicht nur in den Städten auch auf entfernten Hügel konnte ich letztes Jahr mein Handy sowohl für Telefonate als auch für mobiles Internet nutzen. Alle besuchten Hotels und Herbergen im Land boten über W-Lan einen Zugang zum Internet.

Als Einstieg und Vorbereitung auf das nächste Thema hatte die Gruppe den Film

„Hotel Ruanda“

für die folgende AG am 8. September gewählt. Hotel Ruanda zeigt den Einsatz eines Hotelmanagers für die Rettung von über 1000 bedrohten Menschen während des Völkermordes in Ruanda 1994. Der Film zeigt dramatische Szenen, wie sie sich 1994 im Hotel und auf den Straßen der Hauptstadt Kigali abgespielt haben. Die Lehrer berichteten mir, dass der Film die Schüler sehr erschüttert habe und das für nächste Thema sensibilisiert seien.

Die AG am 15. September mit dem Thema:

Die ruandische Tragödie

Flucht, Vertreibung, Bürgerkrieg und Völkermord in unserem Partnerland

war als Workshop mit anschließender Bildpräsentation konzipiert.

Die Veranstaltung stellte die Ereignisse in Ruanda in den großen Rahmendes sehr aktuellen Themas Flucht und Vertreibung weltweit mit einem besonderen Fokus auf Afrika.

An drei Lernstationen konnten die Schüler in Kleingruppen Lernerfahrungen machen, die sie anschließend den anderen Gruppen vorstellten.

Lernstation 1: Europa ist nicht das Zentrum der Flüchtlingskrise

Flüchtlinge gehören in Afrika zum Alltag

Beim Zusammenbau des Afrika-Puzzles wurden den Schülern die Größenverhältnisse der afrikanischen Länder deutlich und die Einordnung des Ziellandes.

Lernkarten zu ausgewählten Ländern Afrikas über Fläche, Einwohnerzahl und Situation der Flüchtlinge gaben Hinweise zum Ausmaß der Flüchtlingsproblematik inAfrika, das heute als „der Kontinent der Flüchtlingslager"gilt.

Infotafeln zeigten den Zusammenhang zu aktuellen Berichten in den Medien über die Fluchtbewegungen über das Mittelmeer nach Italien. Fluchtbewegungen, die im Norden Europas lange übersehen wurden. Überlegungen dazu, was das uns angeht, schlossen sich an.

Die beiden anderen Lernstationen (2 Stellwände mit Ruandakarten und Infotafeln) standen unter dem Thema:

Flucht und Vertreibung am Beispiel Ruanda

„Flüchtlinge gehören in Afrika zur Normalität. Einige Gesellschaften – wie die Ruandas oder Burundis – können aufgrund von generationenübergreifenden Fluchterfahrungen sogar als Flüchtlingsgesellschaften bezeichnet werden. Jede Stadt, jedes Dorf, jede Familie hat ihre Flüchtlinge und viele sind selbst schon einmal geflohen.“ (Hanno Brankamp)

Lernstation 2: Ruanda auf der Flucht (Oktober 1990- Dezember 1996)

Infotafeln mit Graphiken zu den Flucht- und Vertreibungsbewegungen dienten als Arbeitsmaterial, um auf einer Ruandakarte von damals die Folgen von Bürgerkrieg und Völkermord für die Bevölkerung darzustellen. Im Juli 1994 hatten über zwei Millionen Ruander das Land verlassen und lebten in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern, meist nahe der ruandischen Grenze. Weitere zwei Millionen waren innerhalb des Landes auf der Flucht.

Lernstation 3: Zuflucht in Ruanda (1993/94 und 2015-2016)

Ruanda selbst war und ist auch aktuell Asylland vor allem für burundische und kongolesische Flüchtlinge. Auf Infotafeln waren die Fluchtwellen und ihre Ursachen, aber auch die Verteilung der Flüchtlingslager in Ruanda dargestellt. Lernkarten mit Fotos und Informationen zu den Lagern konnten die Schüler auf einer aktuellen Ruandakarte anheften und damit ein eine Grundlage für die Präsentation schaffen.

An die Präsentationen schloss sich dann ein Überblick über die Geschichte Ruandas an mit Schwerpunkt Flucht und Vertreibung, in den ich die Präsentationen einbauen und durch eigene Erfahrungen illustrieren konnte.

Eine Bildpräsentation zu Bürgerkrieg und Völkermord bildete den zweiten Schwerpunkt der Veranstaltung:

Zur Entstehung der ruandischen Tragödie

- persönliche Eindrücke aus dem rheinland-pfälzischen Partnerland-

Da ich vor, während und nach dem Völkermord in Ruanda gelebt und eigene Fluchterfahrungen mit diesem Land habe, konnte ich hier auf viele eigene Erlebnisse zurückgreifen.

Ich musste zweimal das Land verlassen: im Oktober 1990 nach dem Einfall der Rebellenarmee aus Uganda (Beginn des Bürgerkrieges) und im April 1994 nach Beginn des Völkermordes.

Meine persönlichen Eindrücke habe ich an folgenden Punkten festgemacht:

Konfliktpotential Kriegsvertriebene und Flüchtlinge

Trockenzeit und Hungersnot

Verfall staatlicher Autorität

Rassenhass und die Macht der Medien

Gewalt und Waffen überall

Hoffnung „Vertrag von Arusha“

Ohnmacht der Blauhelme

Eine rege Diskussion war nach den bedrückenden Bilder und der langen AG nicht mehr zu erwarten. In den Fragen ging es vor allem um Zeugnisse und Denkmäler des Völkermordes, die man bei der Reise in Ruanda besuchen wollte.

Am 22.September war das Thema:

Entwicklung durch Bildung

Das ruandische Bildungswesen im Wandel

Da ich die ersten Jahre meines Aufenthaltes in Ruanda als pädagogischer Berater im Schulministeriums bei der Umsetzung einer Schulreform gearbeitet habe, konnte ich für dieses Thema besonders viele persönliche Eindrücke einbringen.

Die Präsentation zeigte die Entwicklung des Bildungswesen von den Missionsschulen und dem Schulsystem der Kolonialzeit über eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der überwiegend ländlichen Bevölkerung nach der Unabhängigkeit bis zu einer modernen, zukunftsfähigen schulischen Ausbildung. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen (die Zahlen stammen aus der letzten mir vorliegenden Schulstatistik für das Jahr 2014):

In den letzten 20 Jahren wurden insbesondere die Sekundar- und die Hochschulen erheblich ausgebaut. Gegenüber 1994 hat sich die Zahl der Sekundarschüler verzehnfacht, die der Studenten ist auf das siebzehn-fache gestiegen.

In den Primarschulen werden ca. 95% aller Kinder eines Jahrgangs eingeschult. Durch den Schichtunterricht in den ersten Klassen ist die Lehrer-Schüler-Relation noch sehr hoch (ca. 1:60). Doch ist auch in den Primarschulen bereits die Technik eingezogen (fast 170.000 Computer)

Der Ausbau der Vorschulen zeigt erste Erfolge (Einschulungsquote ca. 20%)

Die lange Zeit vernachlässigte berufliche Bildung wird in den letzten Jahren forciert

Relativ neu ist die verstärkte Beschulung Behinderter und der Ausbau einer Sonder- und Inklusionspädagogik.

Der Platz der Partnerschule, die ja Hauptziel der Reise ist, im aktuellen Bildungssystem wurde diskutiert. Dabei wurden auch die Besonderheiten der Groupe Scolaire Vumbi herausgearbeitet, zu der die Schule regelmäßigen Kontakt hält und die im Schulleben der Mannlich Realschule einen festen Platz hat.

Schüler und Lehrer nutzten die Gelegenheit auch dazu, konkrete Verhaltensweisen in Ruanda und in der Schule, mögliche Mitbringsel für den Besuch und Formen der sprachlichen Verständigung zu diskutieren.

Gewisse Rituale, wie ich sie bei solchen Besuchen erlebt habe:

- die Schüler begrüßen mit Gesang, Tanz und Trommeln die Gäste,

- es folgen Begrüßungsreden des Schuleiters, die von den Gästen erwidert werden, - dann der Austausch von Gastgeschenken (ruandische Kunst und Sportartikel, insbesondere Fußbälle sind sehr beliebt) und

- die Führung der Gäste durch die Schule.

Meist wird danach in der Schule ein Imbiss gereicht.

Als Verständigungssprache reicht aktuell Englisch, das erste Fremdsprache in Ruanda ist. Lehrer und Schüler beschlossen trotzdem noch, einige Wörter und Begrüßungsformeln der Landessprache „Kinyarwanda“ einzuüben, da nach meiner Erfahrung auch die Gastgeber sich bei der Begrüßung um einige deutsche Worte bemühen.

Der BtE – Referent Rudolf Fischer zu Besuch an der Mannlich-Realschule plus in Zweibrücken

Der ehemalige Leiter des Partnerschaftsbüros und pädagogischer Berater des Schulministeriums in Kigali, Herr Rudolf Fischer, unterstützte im September 2016 unsere Vorbereitungen für den Besuch bei unserer Partnerschule in Ruanda im Februar 2017. Die Veranstaltungen wurden in 3 Blöcke gegliedert und durch 2 Filme in Eigenregie ergänzt ( „Kwibuka – ein afrikanischer Traum“ und „Hotel Ruanda“ ).

Die erste Veranstaltung trug den Titel „Ruanda – überbevölkerte Enklave im Herzen Afrikas – Chancen und Probleme eines Entwicklungslandes“, die zweite Veranstaltung ging thematisch über „Die ruandische Tragödie – Flucht, Vertreibung, Bürgerkrieg und Völkermord in unserem Partnerland“ und die dritte Veranstaltung gab Einblicke in die „Entwicklung durch Bildung - Das ruandische Bildungswesen im Wandel“.

Herr Fischer hat uns und unsere Schülergruppe auf unseren Besuch in Ruanda umfangreich und auf besondere Weise vorbereitet. Seine Veranstaltungen waren nicht nur auf das Vermitteln von reinen Informationen ausgelegt, sondern ebenfalls auf das Weitergeben seiner umfangreichen persönlichen Erfahrungen. Seine Berichte waren dadurch lebendig und direkt und haben begeistert. Auch die zahlreichen mitgebrachten Materialien ( wie z.B. das Afrika-Puzzle ) leisteten einen Beitrag dazu, die Informationen sehr anschaulich zu vermitteln. Filme und private Fotos waren sehr gewinnbringend.

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr verwundert über die aktuellen Flüchtlingsströme in Afrika. Im Vergleich zu Europa bewirkte dies eine Veränderung der Sicht auf unsere politische Situation. Ebenfalls verstand er es, historisches Verständnis aufzubauen, indem er durch Verknüpfungen den geschichtlichen Hintergrund anschaulich darstellte. Weiterhin wurden die Schülerinnen und Schüler durch die Ausführungen über das „Hassradio“ sensibilisiert darüber, welche Macht Medien besitzen und was sie alles anrichten können.

Durch seinen Aufenthalt während des Genozids in Ruanda, waren die Schülerinnen und Schüler durch das Einbringen von persönlichen Erfahrungen besonders ergriffen und mitgenommen. Man hatte den Eindruck, man wäre selbst dabei gewesen, man konnte das Entsetzen spüren und bekam eine eindrucksvolle Vorstellung davon, was Zivilcourage bedeutet.

Cornelia Müller
(Lehrerin an der Mannlich-Realschule plus, Zweibrücken)

Der Referent Rudolf Fischer zu Besuch an der Mannlich-Realschule plus

In drei Veranstaltungen, die donnerstags an unserer Schule in Zweibrücken stattfanden, bekamen wir tiefe und spannende Eindrücke in die Tragödie, das Bildungswesen, die Chancen und Probleme des Landes Ruanda, welches im Herzen Afrikas liegt.

Herr Fischer zeigte uns am 01.09.2016 viele Bilder, die er selbst gemacht hat. Ruanda ist das Vorzeigeland in der Entwicklung. Wir vertieften unsere Kenntnisse über den sogenannten Bauboom in Kigali (Hauptstadt des Landes), die vielen Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien, den Ausbau der IT-Branche und die Stellung der Frau. Frauen sind sehr präsent in der Politik und Wirtschaft des Landes.
Jedoch haben wir auch die negativen Seiten der Entwicklung angesprochen. Zum Beispiel die weit geöffnete Schere zwischen den Armen und den Reichen, die Einschränkung der Pressefreiheit und die Unterdrückung einer Opposition. All dies änderte unsere Sicht auf Ruanda.


Am 15.09.2016 beschäftigten wir uns mit einem sehr berührenden und schockierenden Thema: Dem Genozid. Es gab drei Lernstationen, die wir in Gruppen bearbeiten sollten und anschließend vorstellten. Wir erfuhren, dass viele Leute aus Ruanda in der Zeit von 1990-1996 auf der Flucht waren, dass viele Menschen heute Zuflucht in Ruanda suchen und wie viele und wie große Flüchtlingsströme in Afrika selbst in Bewegung sind. So haben wir begreifen können, dass Europa nicht am meisten von der „Flüchtlingskrise“ betroffen ist.
Unser Schwerpunkt lag jedoch auf der Flucht und Vertreibung der Leute aus Ruanda während des Genozid. Herr Fischer konnte uns spannende und ergreifende Eindrücke aus seiner eigenen Erfahrung und direkten persönlichen Erlebnissen geben und dies anhand von Bildern verdeutlichen. Die Medien hatten zu dieser grausamen Zeit sehr viel Macht und der Rassenhass war groß. Sehr beeindruckend war für uns auch, zu erfahren, welche Rolle die Propaganda im Rundfunk in der damaligen Situation gespielt hat und wie leicht es gewesen wäre, durch gezielte Einflussnahme, z.B. seitens der UN, schon allein durch die Verhinderung dieser Hassbotschaften (etwa durch Störsender) Schlimmeres zu verhindern.

Das ruandische Bildungswesen haben wir am 22.09.2016 besprochen. Seit 20 Jahren erlebt Ruanda einen starken Wandel im Bildungssystem. Vor allem Hoch- und Sekundarschulen wurden, beziehungsweise werden, gebaut. Auch in den ländlichen Gegenden geschieht dies. Somit hat sich auch die Zahl der Kinder, die eine Schule besuchen können, stark nach oben hin verbessert. Computer sind ebenfalls in den Unterricht integriert. Ruanda hat eines der besten Handynetze auf der Welt und in den mittlerweile ca 300 Autobussen in der Hauptstadt Kigali haben alle freies WiFi – man möchte, dass vor allem die jungen Menschen an der Entwicklung der digitalen Kommunikationsmittel teilhaben können. Die Kinder lernen Französisch und Englisch. Sogar für behinderte Kinder gibt es Schulen und Lehrkräfte und Integratives Lernen ist in Ruanda etwas ganz Normales. 

Durch Herrn Fischer konnten wir sehr viele neue Eindrücke und Kenntnisse über Ruanda gewinnen. Dank ihm und seiner Vorträge und auf der Basis seiner persönlichen Erfahrungen und Tipps, fühlen wir uns bestens vorbereitet und freuen uns auf die Reise und die Erlebnisse, die wir dort haben werden und vor allem darauf, endlich selbst eigene Erfahrungen sammeln zu können.